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Societa Socialis Imst 2008

Vom Gedanken zur Skulptur

 

„Societas Socialis“ – SOS Kinderdorf – Imst

 

zu den Anfängen

Hermann Gmeiner, 1919 geb. in Alberschwende – erkennt das große Elend verwaister sowie verwahrloster Kinder der Nachkriegsjahre – ist schockiert von

den Zuständen staatlicher Fürsorge – gründet gemeinsam mit Ludwig Kögl, Fritz Haider, Walter Gstrein und Maria Hofer 1949 den Verein „Societas Socialis“ (Soziale Gesellschafft) – plant und realisiert im selben Jahr mit dieser Gruppe das erste Kinderdorf in Imst –

Maria Hofers Beitrag in den Gründerjahren der SOS-Idee war von besonderer Bedeutung – in der Folge entsteht aus dieser Sehnsucht zu helfen eine weltumspannende Organisation –

heute ist SOS Kinderdorf international in 132 Ländern aktiv.

 

zur Stadt Imst

Zur Realisierung des „Experiments SOS Kinderdorf“ wird von den Gründungsmitgliedern eine Reihe von Tiroler Gemeinden angeschrieben mit der Bitte, dem Verein ein entsprechendes Grundstück zur Verfügung zu stellen – Imst, als einzige Gemeinde, bekundet Interesse – das Kinderdorf soll in Imst entstehen! – der Bürgermeister Josef Koch und der Gemeinderat beweisen dabei Weitsichtigkeit, deren historische Bedeutung erst später klar wird.

 

zum Beitrag der Frauen

Frauen sind, entgegen dem damaligen geschlechtspezifischen Rollenbild, maßgeblich an der Gründungs-, Aufbau- sowie Internationalisierungsphase beteiligt – sie können in verschiedener Hinsicht als Pionierinnen bezeichnet werden wie z.B. Maria Hofer, Helene Didl, Hertha Troger, Auguste Neubauer, Maria Heritzer, Albina Ertler, Evamaria Kallir, Imma von Unterrichter und viele andere –

für viele Frauen ist die Arbeit im SOS Kinderdorf weniger ein Arbeitsplatz als vielmehr eine Lebensform – das trifft im Besonderen für die Kinderdorfmutter zu.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Literatur

Hofer, Bettina, Lienhart , Christina: idealistisch und wagemutig, Pionierinnen im SOS Kinderdorf, Studienverlag, 2006

Reinprecht, Hansheinz: Hermann Gmeiner, Abenteuer der Nächstenliebe, ÖBV, 1989

Diverse Internetquellen

 

 

 

 

Vom Gedanken zur Skulptur

 

Zur künstlerischen Konzeption

 

Grundlage der plastischen Darstellungen bildet die Auseinandersetzung

mit der Person Hermann Gmeiner – seiner Vision – dem besonderen Standort Imst – der Rolle der Frauen – der Idee der „Societas Socials“

und dem Gesamtwerk „SOS Kinderdorf“.

 

Modelle dazu

 

Thema I

Kindsein in Geborgenheit

„Jedes Kind hat von Natur aus ein Anrecht auf Liebe und Geborgenheit“

(Hermann Gmeiner)

 

Modell 1

Die Zuwendung

In der Zuwendung Gmeiners zu den Kindern soll die Verwirklichung seiner Vision: Kindsein in Geborgenheit symbolisiert werden.

 

Modell 2

Die neue Familie

Die neue Familie stellt eine große Herausforderung für alle Beteiligten dar –

die elternlosen, von ihren Eltern verstoßenen oder im Stich gelassenen Kinder wünschen sich nichts so sehr wie das Geborgensein in einer Familie –

in der plastischen Auseinandersetzung steht eine Mutter im Zentrum – die Kinder finden Geborgenheit, Trost, Halt und Sicherheit – zudem eröffnet die neue Geschwisterlichkeit ein besonderes Zusammenleben in dieser neuen Familie.

 

Thema II

Entwurf einer „Sozialen Gesellschaft“

 

Modell 3

Societas Socialis

Ein weißes turmähnliches Gebilde, Symbol der aufstrebenden Kindheit,

ist von vielen Rissen durchzogen und droht zu brechen – säulenartige Streben versinnbildlichen die Absicht, die Ordnung in Familie und Gesellschaft zu sichern –

diesen Plan der Hilfestellung zeigen Gmeiners Grundprinzipien an Wandreliefs im oberen Bereich der Skulptur – Mutter – Geschwister – Haus – Dorf.

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Thema III

„Wir werden hier behandelt wie normale Menschen“

(Zitat: aus einem Brief eines Kinderdorfkindes in Imst an seinen Bruder)

 

Modell 1

Die wieder entdeckte Freude

Traumatisierte und verwahrloste Kinder finden in einer neuen familienähnlichen Umgebung wieder Vertrauen und Zuversicht und bringen das im Tanz und Spiel zum Ausdruck – der Brunnen als Symbol des Lebens (betonierte Elemente in der Grundrissform des nebenan liegenden Pflegeheimes, dienen als Tragflächen und Wasserwege) wird dabei zum Schauplatz dieser Darstellung.

 

 

Ausführung der Modelle

Maßstab – ca 1:10

Material –Steinguss, Gibs, Holz

 

Reale Umsetzung

Material – Bronzeguss patiniert und Stahlbeton

 

 

 

 

Anmerkung

 

Imst – SOS Kinderdorf

 

Die Idee, das „Experiment SOS Kinderdorf“ in seiner weltumspannenden Ausdehnung an jenem Ort zu begreifen von dem es ausgegangen ist, kann im Wege interaktiver Projektionen stattfinden – als Projektionsflächen können Häuserfassaden, Felsflächen bzw. andere bespielbare Flächen oder Objekte verwendet werden.