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Das Antoniusportal in St. Anton a.A.

Neues Kirchenportal „Hl. Antonius von Padua“ der Pfarrkirche St. Anton am Arlberg, anlässlich der Renovierung 2012

März 2012. Eine sehr kurz gehaltene telefonische Anfrage des Bürgermeisters Helmut Mall: „Wir renovieren heuer unsere Kirche und möchten auch das alte Hauptportal ersetzen. Kannst du uns deine Vorstellungen in Form einer Skizze oder eines Modelles mitteilen? Sollte uns dein Vorschlag gefallen – Kircheneinweihung ist im November 2012“!

Mein erstes Modell überzeugte 14 Tage später den Bürgermeister samt Kirchenratsmitgliedern. Nach weiteren drei Monaten wurde der Kostenvoranschlag akzeptiert und so konnte ich endlich mit dem Originalmodell in Gips für den Bronzeabguss beginnen. Nur 6 Wochen blieben mir dafür Zeit, da der Gusstermin mit der Fa. Grassmayer in der letzten Augustwoche vereinbart war.

Ich war gut vorbereitet und hatte die Zeit bis zur endgültigen Kirchenratsentscheidung, also von April bis Juli dazu verwendet, neun weitere Modelle zu erstellen. Das Motiv – die Fischpredigt des Hl. Antonius von Padua – begeisterte mich von Beginn an, zudem überzeugte mich auch die Aktualität dieser Handlung.

Nach Beendigung der künstlerischen Arbeiten erfolgte die Überstellung der beiden je über 100 kg schweren Gipsmodelle in die Gießerei Grassmayer nach Innsbruck mit allergrößter Sorgfalt. Eine starke Erschütterung hätte die ganze Arbeit zunichte gemacht. Nachdem in der Gießerei nach 14-tägiger Vorarbeit der erste Türflügel in einem Formkasten mittels Formsand abgeformt wurde, konnte der Gusstermin vereinbart werden.

Wenige Minuten vor dem Guss stimmte Peter Grassmayer noch ein feierliches gemeinsames Gebet an, um den Beistand Gottes zu erbitten und vielleicht auch ein wenig den Schaulustigen den Ernst der Situation zu verdeutlichen. In exakt berechneten 14 Sekunden flossen kurz darauf 300 Liter der auf über 1200°C erhitzten rot- gelb leuchtenden Bronze in die Form.

Nach einer viertägigen Abkühlphase konnte endlich mit dem Abschlagen der zu Stein erhärteten Gussform und dem Abschleifen der Gusskanäle begonnen werden. Alle Details der Grundform waren getreu abgeformt.

Leider stellte sich kurz vor dem zweiten Guss heraus dass der bronzene Türflügel um ca. 80 kg zu schwer war. In mühevoller Schleifarbeit musste dieser auf die notwendigen 185 kg gebracht werden. Auch die schon vorbereitete 2. Gussform musste zunächst durch diesen Umstand teilweise zerstört werden. Den geplanten 2. Gusstermin mussten wir dadurch um 14 Tage später ansetzen.

Ende September wurden die Oberflächen der beiden Türflügel patiniert und für den Zusammenbau nach Landeck in die Tischlerei Kröpfl überstellt. In der Werkstätte war indessen der Türrahmen aus mehrfach verleimtem Eichenholz, mit den speziell in Deutschland vorgefertigten Türblättern fertiggestellt.

Mit vereinten Kräften begann in der zweiten Oktoberwoche der Einbau des Kirchenportales in St. Anton. Als letzte Arbeit wurde die Verblendung des Türrahmens sowie der Türinnenflächen in patiniertem Kupferblech in Zusammenarbeit mit der Fa. Lechleitner angebracht.

Abschließend möchte ich mich bei den mitwirkenden Firmen – Grassmayer, Kröpfl und Lechleitner – ganz besonders bedanken. Ohne ihre Begeisterung und fachlichen Kompetenzen wäre es für mich nicht möglich gewesen ein Werk dieser Größe – noch dazu in so kurzer Zeit – zu erstellen.